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Klimaziele im Gebäudesektor werden aktuell verfehlt

2026-02-09 14:52 Klima global
Der neue Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur (dena) liefert eine umfassende Analyse zur aktuellen Situation des Klimaschutzes im deutschen Gebäudebestand und zeigt, wo der Gebäudesektor auf dem Weg zur Klimaneutralität steht – und wo noch große Herausforderungen liegen.

Trotz einzelner Fortschritte verfehlt der Gebäudesektor weiterhin seine Klimaziele. Laut Report liegen die CO₂-Emissionen im Gebäudebereich deutlich über dem vorgesehenen Zielpfad, und es wird anspruchsvoll bleiben, die geplante Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 zu erreichen.

Ein Schwerpunkt des Reports ist das Sanierungspotenzial im Bestand:
  • 163.872 geförderte Energieberatungen im Jahr 2024 belegen ein hohes Marktpotenzial für energetische Sanierungen.
  • Energetische Sanierungen könnten nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch einen konjunkturellen Impuls setzen – insbesondere für Handwerk und regionale Wertschöpfung.

Der Report zeigt einen uneinheitlichen Fortschritt bei der Energiewende am Gebäude:

  • Der Zubau von Dach-Photovoltaik (PV) hat im Jahr 2025 zwar nachgelassen, bleibt mit 6,2 Gigawatt neu installierter Leistung aber weiterhin auf einem hohen Niveau.
  • Der Solarstromspeichermarkt wächst unvermindert stark, was darauf hinweist, dass Eigentümerinnen und Eigentümer zunehmend auf Eigenstromnutzung setzen.
  • Die Verbreitung von Wärmepumpen im Gebäudebestand hat sich seit 2019 nahezu verdoppelt und lag 2024 bei rund 4,3 % aller Bestandsgebäude – im Neubau sind sie bereits weit etabliert.

Diese Entwicklung zeigt: Erneuerbare Energien und Speicher gewinnen an Bedeutung, aber im Bestand sind sie noch lange nicht ausreichend verbreitet.

Zusammenfassend verdeutlicht der Gebäudereport, welch hohes Potenzial für den Klimaschutz im Gebäudesektor besteht. Negativ ist das Verfehlen der Klimaziele, positiv ist - wie in den vergangenen Jahren - der Zubau von Dach-PV. Ein neuerer, positiver Trend ist der Zuwachs bei Stromspeichern und die zunehmende Etablierung von Wärmepumpen nicht nur im Neubau, sondern auch im Bestand.

Quellen: dena-Gebäudereport 2026